Übungsdienst an der SFSR

08.03.2025
Feuerwehr
Übung

Am 8. März 2025 nahm die Feuerwehr Sünching mit 24 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen (MZF, LF20, HLF20) an einem anspruchsvollen und lehrreichen Übungstag an der Staatlichen Feuerwehrschule in Regensburg teil. Ziel der Fortbildung war es, verschiedene Einsatzszenarien realitätsnah zu trainieren und die Zusammenarbeit innerhalb der Mannschaft weiter zu verbessern.

Der Tag begann um 8 Uhr am Schulgelände Lapperdorf mit einer kurzen Begrüßung und einer Einführung in das Tagesprogramm durch den Ausbilder Stephan Lunow , einer Lehrkraft der Feuerwehrschule.

Im Verlauf des Übungstages durchliefen wir dann mehrere praxisnahe Stationen, die verschiedene Einsatzszenarien simulierten:

RAND KELLER - PERSONEN VERMISST:

Der Übungslöschzug machte sich auf den Weg zur gemeldeten Übungsadresse auf dem Schulgelände, an der Einsatzstelle war Rauch aus dem Kellerbereich sichtbar. Umgehend wurde ein Löschaufbau mit 2 C-Rohren aufgebaut, in Atemschutztrupp begab sich mit einem C-Rohr zur Erkundung und Menschenrettung in den betroffenen Bereich. Bereits nach kurzer Zeit konnte eine vermisste Person (Dummy) gefunden und in Sicherheit gebracht werden. Nachdem der „Hausbesitzer“ darauf hinwies, dass ein weiteres Familienmitglied vermisst wird, wurde unverzüglich ein zusätzlicher Suchtrupp unter Atemschutz in den Keller geschickt. Dank des erfolgreichen Lüftereinsatzes verbesserten sich die Sichtverhältnisse deutlich. Mithilfe einer Wärmebildkamera konnte die zweite vermisste Person (Dummy) lokalisiert und gerettet werden. Ein besonderer Fokus der Übungs - Abschlußbesprechung lag auf dem effektiven Einsatz des Hochdrucklüfters, wodurch eine erfolgreiche Belüftung der Räumlichkeiten ermöglicht wurde.

THL - PERSON EINGEKLEMMT - NICHT VU:

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich der technischen Hilfeleistung und der Rettung eingeklemmter Personen. In dieser Übungseinheit erfolgte die Einsatzabarbeitung durch die beiden Gruppenführer des Löschfahrzeugs und des Hilfeleistungslöschfahrzeugs. Ein Zugführer sowie ein Führungsfahrzeug wurden bewusst nicht eingesetzt, um den Führungsablauf herausfordernder zu gestalten. An der Einsatzstelle angekommen, fanden die Einsatzkräfte eine Person – einen Dummy – im Beckenbereich eingeklemmt unter einem Müllcontainer vor. In der ersten Phase des Einsatzes mussten sich die beiden Gruppenführer abstimmen und eine Führungsstruktur etablieren. Die Mannschaft des Löschfahrzeugs übernahm die Patientenbetreuung sowie die Absicherung der Einsatzstelle. Die Kräfte des Hilfeleistungslöschfahrzeugs waren für die technische Rettung mittels Hebekissen und Unterbaumaterial verantwortlich. Nachdem der Container gesichert war, wurde er mithilfe von Rettungsspreizer und der Luftdruck-Hebekissen, sodass die Person befreit werden konnte. Besonders wichtig bei Trauma-Patienten, wie in diesem Fall, ist die enge Absprache mit dem Rettungsdienst während des Befreiungsvorgangs. Nachdem Rettung des Patiententen aus dem Gefahrenbereich und der Übergabe an den Rettungsdienst wurde die Übung beendet. In der folgenden Abschlussbesprechung präsentierte der Ausbilder die Ergebnisse der Übungsanalyse.

TECHNISCHE HILFELEISTUNG - PERSON IN BAUGRUBE - LAGE UNKLAR:

Dieses Mal führte die Übung in eine Halle, die zur Überraschung aller beteiligten Kräfte komplett abgedunkelt war. Die plötzliche Dunkelheit stellte eine zusätzliche Herausforderung dar. Lediglich die Scheinwerfer der Einsatzfahrzeuge erhellten den Anfahrtsweg zur Einsatzstelle. Vor Ort wurde die Ersterkundung mithilfe von Handlampen durchgeführt, während die Gruppenführer parallel damit beauftragt wurden, eine ausreichende Einsatzstellenbeleuchtung zu errichten. Der eingesetzte Zugführer entdeckte eine Person – einen Dummy – in einer Baugrube. Diese war zusätzlich im Fußbereich unter einem Betonrohr eingeklemmt. Nachdem die Einsatzstelle ausgeleuchtet war, stieg der Angriffstrupp des HLF über eine Steckleiter zur Personenbetreuung in die Grube. Zum Eigenschutz gegen mögliche Grubengase wurde ein Mehrgasmessgerät mitgeführt. Die Mannschaft des HLF wurde mit der technischen Rettung und dem Anheben des Betonrohrs beauftragt. Das Rohr wurde mit Holzkeilen gegen verrutschen gesichert und mit einem Spanngurt angehoben. Hier stellte der beengte Arbeitsbereich in der Baugrube eine erhebliche Herausforderung bei der Patientenbetreuung und der Rettung da. Parallel dazu organisierte die Besatzung des LF einen Rettungsweg mithilfe einer Steckleiter und einer Schleifkorbtrage. Nach etwa 20 Minuten konnte der Patient dem „fiktiven“ Rettungsdienst übergeben werden. Anschließend erfolgte eine Abschlussbesprechung, in der der Ausbilder die Übungsabläufe nochmals besprach.

BRANDBEKÄMPFUNG WERKSTATT - PERSONEN VERMISST:

Aus einem Industriekomplex quoll sichtbar Rauch, ein Mitarbeiter sagte uns das noch Arbeiter in der Halle seien. Sofort wurde ein weitläufiger Löschaufbau errichtet und die Einsatzstelle abgesichert. Ein Atemschutztrupp ging mit einem C-Rohr zur Erkundung und Menschenrettung in den betroffenen Bereich vor. Bereits nach kurzer Zeit konnte eine vermisste Person – ein Dummy – gefunden und gerettet werden. Die Suche nach einer zweiten vermissten Person gestaltete sich aufgrund des großflächigen Übungsraums schwieriger. Daher entschied sich der Zugführer auch hier für eine Querlüftung mittels Hochdrucklüfter. Der Erfolg dieser Maßnahme zeigte sich schnell. Die Sichtverhältnisse verbesserten sich deutlich, sodass die zweite Person – Dummy – mithilfe einer Wärmebildkamera lokalisiert und gerettet werden konnte. Nachdem auch diese Einsatzstelle erfolgreich abgearbeitet war, folgte eine ausführliche Einsatznachbesprechung. Dabei wurden uns anschaulich die Grenzen, Herausforderungen sowie die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Hochdrucklüftern in komplexen Gebäuden erläutert. Auch die zielgerichtete Erkundungsphase bei größeren Gebäuden ist im weiteren Einsatzverlauf von großer Bedeutung.

SCHULUNG E-MOBILITÄT: LÖSCHTECHNIK UND TECHNISCHE RETTUNG:

Der Schwerpunkt lag hier auf den spezifischen Herausforderungen und Risiken, die mit der Brandbekämpfung und der technischen Rettung bei Elektrofahrzeugen verbunden sind. Zunächst wurden die grundlegenden Unterschiede zwischen konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und elektrisch betriebenen PKWs erläutert. Besonders hervorgehoben wurden dabei die Gefahren durch Hochvoltsysteme und mögliche Batteriebrände nach einem Unfall. Ein zentraler Bestandteil der Schulung war die richtige Vorgehensweise bei der Brandbekämpfung. Der Ausbilder erklärte verschiedene Löschtechniken und wies auf die besonderen Herausforderungen hin, die ein Batteriebrand mit sich bringt – insbesondere die Gefahr einer thermischen Kettenreaktion. Es wurden verschiedene Löschmittel und deren Wirksamkeit diskutiert sowie spezielle Konzepte zur Kühlung und Kontrolle von Batteriebränden vorgestellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die technische Rettung von Insassen nach einem Unfall. Hierbei wurden die besonderen Gefahren durch Hochvolt-Komponenten thematisiert und sichere Schnittpunkte für Rettungswerkzeuge aufgezeigt. Zudem wurde betont, wie wichtig es ist, sich über die Rettungskarten der jeweiligen Fahrzeugmodelle zu informieren, um eine schnelle und sichere Befreiung der Insassen zu gewährleisten.

Fazit:

Während des Schulungstages stand uns der Ausbilder jederzeit mit wertvollen und praxisnahen Tipps zur Seite, die unsere Fähigkeiten und unser Verständnis weiter vertieften. Durch die umfassenden Erklärungen und anschaulichen Beispiele konnten wir unser Fachwissen gezielt erweitern und in der Praxis anwenden.

Am Ende des Schulungstages bestätigte uns der Ausbilder einen soliden Ausbildungsstand und lobte unser Engagement sowie die gezeigten Leistungen. Darüber hinaus erhielten wir weitere hilfreiche Ratschläge und Anregungen, die wir in zukünftigen Einsätzen gezielt umsetzen können, um unsere Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern.

Die beiden Kommandanten bedankten sich recht herzlich bei Ausbilder Stephan Lunow für den gelungenen, lehrreichen und praxisnahen Schulungstag an der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg.

Ein weiterer Dank gilt den Einsatzkräften, die ihre Zeit investiert haben, um an diesem intensiven, achtstündigen Übungstag teilzunehmen. Ihr Engagement und ihre Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung sind von unschätzbarem Wert für die erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Einsätze.

Bericht: FF Sünching / F.Sch